Grundlegende lösungssystematische Untersuchungen zur Konstruktion von schnittfesten beschichteten Flächen am Beispiel von Kabrioverdecken

Quellenangaben
BMWA / AiF: 33 ZBR

Eine Kooperation zwischen dem Forschungskuratorium Textil (federführend)
und der Forschungsvereinigung Leder und Kunststoffbahnen

Die Bearbeitung des Projektes erfolgte unter der Leitung des Instituts für Textil- und Bekleidungstechnik der TU Dresden (Forschungsstelle 1) und dem FILK (Forschungsstelle 2). Planen und Verdeckstoffe werden als beschichtete Flächengebilde im Fahrzeugbau eingesetzt. Durch wachsende Beschaffungskriminalität wünschen sich die Verbraucher zunehmend Verdecke und Planen mit zusätzlichem Schutz gegen Schnittbeanspruchung.

Im ersten Projektteil erfolgt die Entwicklung von schnittfesten Mehrlagengeweben für Kabrioverdecke. Sie bestehen aus Ober- und Untergewebe, zwischen welche versatzweise angeordnete Fadenflottungen aus Aramid mit definierter Länge eingebunden sind. Mit ausgewählten Gewebekonstruktionen wurden Schneidkräfte von 120 N erreicht. Die verschiedenen Oberflächenbeschichtungsverfahren wie Umkehr-, Direkt- und Tauchbeschichtung sowie Thermokaschierung mit PVC einschließlich verschiedener Folienkaschierungen auf Polyethylenbasis beeinflussen die Schnittfestigkeiten der Verbunde nachteilig. Ein Durchtränken muss vermieden werden. Die Schnittschutzschicht sollte nach erfolgter Kaschierung mit schwarzer Folie bzw. mit einem Wärme- und Schalldämmvlies lose zwischen Verdeckbezug und Himmel installiert werden.

Im zweiten Teil des Forschungsprojektes werden drei verschiedene Doppelgewebe für weiterreißfeste Planen entwickelt. Das Untergewebe basiert auf einer einfachen Leinwandbindung, das Obergewebe ist ein Drehergewebe in Form einer Gitterstruktur mit integrierten Fadenflottungen in Schuss- bzw. Kettrichtung. Die Weitereißkräfte erhöhen sich durch die neue Gewebekonstruktion ohne maßgebliche Steigerung der Flächengewichte um mehr als 30%. Weiche und zähe Folienkaschierungen aus TPU und modifiziertem PO verbessern die Weiterreißkräfte des Ausgangsmaterials, während kompakte PVC-Streichbeschichtungen und PVC-Kaschierungen mit hoher Haftfestigkeit die Weiterreißfestigkeit verringern. Die Ergebnisse dieses Projektes sind Grundlage für die Weiterentwicklung unterschiedlichster Produktgruppen mit differierenden Anforderungsprofilen wie z. B. flexible Transportbehältnisse, Wertfrachttaschen oder Bigbags für Schüttgüter.

Das Forschungsvorhaben wurde aus Haushaltmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) gefördert.

Der ausführliche Abschlussbericht ist im Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK) verfügbar.